Chimes of Freedom

Chimes of Freedom (Cover)
The Songs of Bob Dylan Honoring 50 Years of Amnesty International

3. Februar 2012
Fontana / Universal

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I'm not there (OST)
I’m not there
Original Soundtrack

09. November 2007
Sony Music

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Rare Trax (Cover)
It Ain´t Me, Babe
Bob Dylan
Die Besten Cover-Versionen

Rolling Stone, Mai 2011

Infos

Natürlich ist ein Album wie dieses prädestiniert für die Rolle des „Albums der Woche“ – allein schon, weil einen diese überquellende Sammlung ja eine ganze Woche mit Musik versorgen könnte. Zum 50jährigen Jubiläum von Amnesty International gratuliert die Musikwelt mit Songs Bob Dylans, der ebenfalls vor 50 Jahren auf der Bühne der Musikgeschichte auftauchte und praktisch ebenso lange schon nicht mehr von ihr wegzudenken ist. Dylan hat wohl seine Songs für dieses Unternehmen freigegeben – aber, die wüste Ansammlung von meist recht enttäuschenden Cover-Versionen legt den Verdacht zumindest nahe, beim fertigen Produkt nicht allzu genau hingehört. Richtig so: den erstklassigen Songs tut keine der hier versammelten Versionen weh.

Wer hört sich das denn an?

Leider fehlt diesem Unternehmen, das scheinbar alle Rekorde brechen musste (4 CDs, 76 Songs, mehr als 5 Stunden Spielzeit) und im Sinne der breiten Wirksamkeit möglichst alle Stilrichtungen und Geschmäcker beinhalten sollte, spürbar die ordnende Hand. Es hätte dem Ergebnis wohl nicht geschadet, hätte man die Hälfte der Einspielungen zuletzt doch wieder rausgeworfen. So arbeitet sich der Hörer besser gar nicht erst durch diese Liedersammlung, sondern lässt sie einfach laufen.

Zwischen Haudegen wie Rage Against und Zeitgenossen wie Patti Smith und Eric Burdon, zwischen Überraschungen wie Pete Townshends Corinna, Corinna oder Stings Version von Girl from the North Country und eher Belanglosem wie Ziggy Marleys Blowin‘ in the Wind oder Lenny KravitzRainy Day Women #12 & 35 denkt man dann ab und an: Wow! Und findet Perlen wie You‘re gonna make me lonesome when you go, dargeboten von der mir zumindest bis dato unbekannten Miley Cyrus. Elvis Costello bietet ein beeindruckendes License to Kill, und der Dylan-erprobte Bryan Ferry erzählt auf atemberaubende Weise Bob Dylan‘s Dream neu. Auch Marianne Faithfuls Live-Aufnahme von Baby let me follow you down zählt ohne Zweifel ebenso zu den Höhepunkten der Compilation wie das zwar kitschige, aber schon allein der Stimme wegen bewegende Forever Young mit Pete Seeger.

Dass sich Bad Religion It‘s all over now, Baby Blue vorknöpfen, macht zwar Sinn, hinterlässt aber wesentlich weniger Eindruck als die Version von Echo & The Bunnymen, die man letztes Jahr auf dem um einiges besser bestückten Rare Trax Sampler des Rolling Stone finden konnte, der zu Dylans 75. eine ziemlich gute Auswahl an Dylan-Coverversionen versammelte. So absolute Fehlgriffe wie Keshas Heul-Arie Don‘t think twice, it‘s all right leistete sich die Redaktion des Musikmagazins jedenfalls nicht.

Auch wenn die Höhepunkte in diesem spürbar auf Masse angelegten Projekt eher selten sind und man sich allgemein wundert, wie wenigen der hier versammelten Künstler wirklich eigenständige Versionen gelingen (noch dazu, wo Dylan selbst ja einen wirklich weiten Begriff von Werktreue hat) – einen schönen Einblick in die vielgestaltige Welt des Bob Dylan verschafft die Sammlung allemal. Weiter geht‘s, hat man (wieder einmal) Lust bekommen auf die Welt des Robert Zimmermann, vielleicht mit den wesentlich überzeugenderen Cover-Versionen auf dem Soundtrack zu Todd Haynes‘ Anti-Biopic I‘m not There - und dann nichts wie auf zu den Originalen!

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